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Kreis könnte Nauen helfen, Argumente für Windräder-Verzicht zu finden

Quelle: Märkische Allgemeine, Verfasser: MATTHIAS ANKE

NAUEN. Die Stadt Nauen hat es jetzt schwarz auf weiß: Es ist "nicht erkennbar, dass mit der beabsichtigten Flächennutzungsplandarstellung der Sonderbauflächen "Wind" ein Zielverstoß gegen den Regionalplan vorliegt." Mit diesem Satz hat die Gemeinsame Landesplanung Berlin-Brandenburg der Stadt bescheinigt, dass sie dem beabsichtigten Verzicht auf 19 Windrädern bei Markee folgen kann. Zugleich bestehe damit "keine Handlungsgrundlage für ein Zielabweichungsverfahren".

Mit diesem Prozedere will Nauen Gebiete im Flächennutzungsplan (FNP), die einst für Windkraftanlagen gedacht waren, umwidmen lassen. Weil sich die Gemeinsame Landesplanung mit dem Bescheid allerdings nur unverbindlich äußert, wirkt das Schreiben auf die Nauener wie der "Schwarze Peter". "Der Ball wurde uns zurückgespielt", sagt Bauamtsleiter Gunther Heinrich. Denn nur "auf Grundlage eines schlüssigen Planungskonzeptes" und nach Abwägung aller Argumente wären die "Ziele der Raumordnung" auch ohne die Windräder im FNP erreichbar.

Landkreis unternimmt Vorstoß zur Änderung des Teilplanes "Wind"

Quelle: Märkische Allgemeine, Verfasser: JENS WEGENER

HAVELLAND. Weit mehr als 100 Windräder drehen sich schon auf der Nauener Platte. Viel mehr sollen es nach dem Willen von Landrat Burkhard Schröder aber nicht werden. Schon vor dem Aufkochen des jüngsten Streites in der Stadt Nauen um neue Anlagen in Markee hat die Kreisverwaltung Überlegungen angestellt, was der Region helfen könne. "Wir haben das Ziel, den weiteren Ausbau von Windkraftanlagen auf der Nauener Platte zu begrenzen", erklärte Landrat Burkhard Schröder gegenüber der MAZ. Deshalb wolle der Landkreis Havelland jetzt einen Vorstoß unternehmen, den bestehenden Teilplan "Wind" des Regionalplanes zu ändern oder zu ergänzen. Um diesen Sachverhalt zu besprechen, treffen sich Vertreter der Landkreise Teltow-Fläming, Potsdam-Mittelmark und Havelland mit Verantwortlichen der Regionalen Planungsgemeinschaft Havelland-Fläming am 25. Januar in Nauen.

Nach einer Sondersitzung in Nauen

Quelle: Märkische Allgemeine, Verfasser: BIRGIT KLATT

MARKEE. Wer am 11. Januar bei der Sondersitzung der Stadtverordneten im Nauener Rathaus anwesend war, der bekommt langsam den Eindruck, dass Herr Bürgermeister Fleischmann nicht genug von den "Geld bringenden" Windmühlen bekommen kann. Wie ist es sonst zu erklären, dass er sich immer noch vehement gegen den Bürgerwillen stellt?
Seit langem kursieren Gerüchte, dass ein Bürgermeister einst die Hand hoch hielt, als es um die Aufteilung der Flächen für Windkraftnutzung ging. Er handelte sicher in gutem Glauben für seine Stadt. Fakt ist, dass sich mittlerweile auf der Nauener Platte 120 Windkraftanlagen drehen und weitere geplant sind. Menschen machen Fehler, das ist nicht verwerflich. Größe besteht jedoch darin, zu seinen Fehlern zu stehen und diese für die Zukunft zu vermeiden. Diesen Eindruck hat man bei Herrn Bürgermeister jedoch nicht. Er schiebt konsequent jede Schuld von sich und versucht, sich vor einer klaren Positionierung zum Thema Windkraft zu drücken. Verhinderungsplanung? Wo denn? Das kann uns niemand ernsthaft vorwerfen. Die Argumente der Stadt sind immer dieselben. Das geht nicht, dies geht nicht, man habe sich an übergeordnete Planungen zu halten.

"Gegenwind" lud ein

Quelle: Märkische Allgemeine, Verfasser: ANKE BEUHNE

MARKEE. Am 11. Januar fand nicht nur eine Sondersitzung der Stadtverordnetenversammlung Nauen, sondern auch die monatliche Mitgliederversammlung der Bürgerinitiative "Gegenwind Nauener Platte" e.V. in Bredow statt. Eingeladen waren als Gäste die SPD-Bundestagsabgeordnete Angelika Krüger-Leißner sowie der Landtagsabgeordnete Udo Folgart. Beide verfolgten sehr interessiert den Filmbeitrag, den die Bürgerinitiative dort erstmals präsentierte unter dem Motto "Nauener Platte, Landschaftsbilder". Es entwickelte sich eine angeregte Diskussion, wobei beide Abgeordneten bemüht waren, mit uns nach Lösungen zu suchen, die zumindest in Zukunft Schlimmeres verhindern. Sollten die weiteren geplanten 70 Anlagen tatsächlich gebaut werden, wäre die Nauener Platte ein Paradebeispiel für Zerstörung von Landschaft für Mensch und Tier. Wir wollen nicht glauben, dass wir das Landesopfer für ganz Brandenburg sein sollen. Und deshalb kämpfen wir für den Erhalt unseres Lebensraums! Denn hier leben wir und wir haben auch Rechte - nicht nur Fledermäuse und Rotmilane!

Stadtverordnete folgen Markeer Vorschlag für windradfreien Korridor

Quelle: Märkische Allgemeine, Verfasser: JENS WEGENER

NAUEN. Im Entwurf des Nauener Flächennutzungsplanes (FNP) wird es einen windradfreien Korridor östlich und südöstlich von Markee geben. Ob die Genehmigungsbehörde (Landkreis) mit dieser Variante mitgeht, wird sich im nächsten Jahr zeigen.

Mit knapper Mehrheit von 13 zu zwölf Stimmen lehnte das Nauener Stadtparlament am Mittwochabend den Verwaltungsvorschlag zu Windgebieten bei Markee im Flächennutzungsplan ab. Der beinhaltete eine Reduzierung von Windrädern aber nicht den völligen Verzicht auf neue Anlagen. Die Stadtverordneten folgten stattdessen dem Vorschlag des Markeer Ortsbeirates, der da sagt: keine weiteren Anlagen und Festschreiben von Höhenbegrenzungen für bestehende und im Bau befindliche Windmühlen.

Zu "Kein Windrad im Osten Markees", MAZ vom 26./27.November

Quelle: Märkische Allgemeine, Verfasser: HORST KNOP

WUTZETZ. Am 24. November 2005 haben sich die Mitglieder des Bauausschusses dafür entschieden, dem Hauptausschuss der Stadtverordnetenversammlung Nauen die von mehreren Seiten eingebrachte Minimalvariante der Möglichkeit zur Errichtung von Windkraftanlagen (= WKA) zur Einarbeitung in den Flächenutzungsplan (=FNP) zu empfehlen. Diese Minimalvariante beinhaltet unter anderem, dass im Windeignungsgebiet östlich Markees keine WKA errichtet werden sollen. In weiteren Teilen des Windeignungsgebietes soll eine Höhenbegrenzung für WKA festgelegt werden. Die Möglichkeit dieser Minimalvariante ist dadurch eröffnet, dass die Regionalplanung Havelland-Fläming die Gemeinden im Rahmen der Bauleitplanung ermächtigt hat, innerhalb der Eignungsgebiete eine kleinräumige Steuerung unter Berücksichtigung städtebaulicher, landschaftspflegerischer und weiterer örtlicher öffentlicher Belange vorzunehmen, soweit diese Belange bisher noch nicht berücksichtigt werden konnten. Sollte diese Variante im Genehmigungsverfahren des FNP Bestandskraft erlangen, wäre die so genannte Nauener Platte um einen die Bürger belastenden kommunalpolitischen Konflikt ärmer.