In Markee entsteht ein Fotovoltaik-Park / Naturfreunde ärgern sich über den Standort

Quelle: Märkische Allgemeine, Verfasser: JENS WEGENER

MARKEE. Der bisher größte Fotovoltaik-Park im Osthavelland entsteht derzeit in Markee. 8700 Module mit einer Gesamtleistung von knapp 2,2 Megawatt Peak sollen spätestens ab 30. Juni dieses Jahres am Netz sein, um auf umweltschonende Art Strom zu produzieren.

Genau darüber aber ärgern sich viele Markeer, Naturfreund und Jagdpächter Frank Zöllner aus dem benachbarten Etzin sowie der Markeer Ortsvorsteher Roland Borchert. Sie beklagen, dass "das einzige kleine Wäldchen, was es auf Markeer Gemarkung noch gibt, jetzt der Fotovoltaikanlage zum Opfer fällt." Frank Zöllner fragt: "Warum ausgerechnet dieser Standort, wenn es doch links und rechts daneben ganz viele Ackerflächen gibt, auf denen diese Module aufgestellt werden könnten."


Der Markeer Ortsbeirat steht dem Vorhaben "ablehnend gegenüber", formulierte Roland Borchert gegenüber der MAZ. "Wir sind überhaupt nicht gegen Fotovoltaik. Aber wir haben, wie viele Markeer, erst von dem Projekt so richtig was mitbekommen, als die ersten Bäume gefallen sind. Ein Investor sollte sich vor Beginn eines Vorhabens mit dem Ortsbeirat abstimmen, so dass wir die Bürger informieren können." Gleichzeitig weiß der Ortsvorsteher, dass der Bebauungsplan "Fotovoltaik Markee" in den Gremien der Stadt Nauen behandelt und beschlossen wurde.

Zum ersten Mal übrigens im Jahr 2004, damals noch mit einem anderen potentiellen Investor. Schließlich schmorte der B-Planentwurf einige Jahre in der Schublade, bevor ihn der neue Investor Stephan Pluskat, Geschäftsführer der Firma Solmet, wieder aufleben und zu Ende bringen ließ. Demnach ist jetzt insgesamt eine acht Hektar große Fläche bei Markau betroffen, wobei 1,5 Hektar Wald und 6,5 Hektar Sonderbaufläche Solar sind.

"Innerhalb dieses Wäldchens werden wir die großen Bäume alle wegnehmen, weil die meisten Bäume die nächsten 30 Jahre nicht überstehen würden, der Park aber für diesen Zeitraum konzipiert ist", sagt Investor Stephan Pluskat. Außerdem wäre sonst die Sonneneinstrahlung für die Module eingeschränkt. Natürlich würden in entsprechender Zahl junge Bäume wieder gepflanzt, so Pluskat. "Und zwar an Ort und Stelle", wie die zuständige Försterin Heike Schubert von der Oberförsterei Brieselang bekräftigt. Diese - laut Fachsprache - Wiederbewaldungspflicht tritt ein, weil im Gebiet des Bebauungsplanes die 1,5 Hektar große Waldfläche als solche erhalten bleibt.

Warum der Investor nicht auf einen puren Acker ausgewichen ist, hat laut Planer André Nerlich von der IGF neben den Eigentumsverhältnissen noch andere Gründe: "Ein Solarpark muss immer eingegrünt sein, so dass hier ein Teil dieser Begrünung schon vorhanden ist. Außerdem ist die betroffene Fläche landwirtschaftlich nur unzureichend nutzbar."

Nichtsdestotrotz bekommt der Investor in den nächsten Tagen Post von der Unteren Naturschutzbehörde des Landkreises Havelland. Bei einer Kontrolle am Freitag habe man festgestellt, "dass an der Zuwegung zum B-Plangebiet offenbar mehr Bäume gefällt worden sind, als die genehmigten 16 Birken", erklärte Kreissprecherin Stephanie Reisinger auf eine MAZ-Anfrage. Von der jetzt folgenden genauen Überprüfung hänge das ordnungsrechtliche Vorgehen des Kreises ab. "Entweder es gibt zusätzliche Neupflanzungen oder ein Bußgeld." Für die genehmigen 16 Bäume werden Aufforstungen in Markee und Schwanebeck erfolgen.