Der päpstliche Botschafter in Deutschland war gestern auf der Fazenda in Markee zu Gast

Quelle: Märkische Allgemeine, Verfasser: JENS WEGENER

MARKEE. Der Papst war nicht persönlich da, aber zumindest wehte ein Hauch von Benedikt VI. gestern über die Fazenda da Esperanca auf Gut Neuhof in Markee. Die meisten der 36 Bewohner und Gäste der benachbarten Frauen-Fazenda aus Riewend begrüßten den päpstlichen Nuntius (Botschafter) in Deutschland, Erzbischof Jean-Claude Périsset, auf ihrem "Hof der Hoffnung". "Auch wenn er mit einem Jahr Verspätung kommt, ist es für uns eine Ehre", sagte der Leiter der Fazenda Gut Neuhof Pfarrer Christian Heim. Bereits im vergangenen Jahr, zum zehnjährigen Bestehen der Markeer Einrichtung für drogenabhängige und sucht- kranke Jugendliche, war der Nuntius eingeladen, konnte aber leider nicht, so Heim. Jetzt habe er nochmal einen Brief geschrieben und bekam die Zusage.


Der in der Schweiz geborene Erzbischof Jean-Claude Périsset sah sich bei einem Rundgang zunächst die Fazenda mit eigener Bäckerei, Metzgerei, einem Bürotrakt und einem Wohnhaus für die Rekuperanten (süchtige Bewohner, die sich wiedergewinnen wollen) an. Anschließend berichteten einige Bewohner und Ehemalige, wie sie das Leben auf der Fazenda empfunden haben. So erzählte der 23-jährige Sebastian, der seit zehn Monaten in Markee ist, dass er vorher bereits 14 Entgiftungen und vier Entziehungen hinter sich hatte und erst jetzt hier in ihm die Erkenntnis gereift ist, "dass es ein Leben ohne Drogen geben kann". Über die Arbeit mit Tieren habe er in die Gemeinschaft zurück gefunden und einen neuen Lebensstil gelernt.

Bevor der päpstliche Botschafter an einem Gottesdienst teilnahm, überreichte er ein Papstbild als Geschenk und gab den Bewohnern drei Worte mit auf ihren Weg: "Jesus, von dem alles kommt, Hoffnung, ohne die man nicht leben kann und das Miteinander, weil man alleine nichts ist."