Klänge von Flöte und Cembalo in der Markauer Kirche

Quelle: Märkische Allgemeine, Verfasser: IRENE KRIEGER

MARKAU. Junge Musikerinnen aus Taiwan und aus Japan zeigten am Samstagnachmittag in der Markauer Kirche vor etwa 40 Zuhörern ihr phänomenales Können an den Instrumenten Flöte und Cembalo.

Dabei kamen zuerst allerdings einige Unstimmigkeiten bei der Organisation zum Vorschein. Die Markauer und Markeer wussten nichts von diesem Ereignis, wie einige auf dem Sportplatz versicherten, weil nirgends ein Plakat ausgehängt war. Als schließlich der veranstaltende Organisator Dunn Smith aus Falkensee mit vielen Freunden zur Kirche kam, hatte er die Programmzettel vergessen, so dass die Musikerinnen, die sich von einem Taxi das schwere zweimanualige Cembalo aus Berlin zur Markauer Kirche hatten fahren lassen, das Instrument nicht nur aufbauen und stimmen mussten, sondern vor und nach ihrem Spiel auch noch die Stücke ansagen mussten. Das machten sie zwar mit leiser Stimme, aber sehr charmant.


Fernöstliches bot sich aber nur im Aussehen dar, denn Chia-hsuan Tsai (Cembalo) aus Taiwan und Madoka Achiwa (Flöte) aus Japan studierten auch viele Jahre in Berlin und sprechen ein akzentfreies Deutsch.

Nun waren sie in der Markauer Kirche ganz intim mit Werken von Debussy, Mozart, Bach und anderen präsent, spielten auch jeder ein Solostück und überraschten das Publikum mit Duetten aus Mozarts Zauberflöte, als die Cembalistin - die auch Querflöte studiert hat - zur Flöte griff. "Zauberhafte" Duette ließen sie erklingen, nicht nur "Der Vogelfänger bin ich ja", sondern sogar die Arie der Königin der Nacht: "Der Hölle Rache kocht in meinem Herzen" stiegen so aus zwei "Querhölzern" zum Himmel empor.

Eine Sonate von Philipp Emanuel Bach, die er für Friedrich den Großen komponiert hatte, eine Suite von Jacques Hotteterre (1650 bis 1738) mit einem besonders schönen, nachdenklichen zweiten Satz und vier Sätze aus Jean Marie Leclairs (1697 bis 1764) Sonate Nr.3 erklangen mit schönstem Flötenton und zartestem Cembalo.

Chia-hsuan Tsai spielte das "älteste" Werk des Nachmittags solo, nämlich das Prélude und die Passacaille aus der Suite von Jean-Henri d'Anglebert (1635 bis 1691), während sich Madoka Achiwa mit Claude Debussys "Syrinx" für Flöte allein bis ins 20. Jahrhundert wagte. Die griechische Mythologie berichtet, dass sich die Nymphe Syrinx auf der Flucht vor Pan in ein Schilfrohr verwandeln ließ, woraus sich Pan dann seine Flöte schnitzte.

Mit Polonaise, Menuett und insbesondere mit der bekannten Badinerie aus der Orchestersuite von Johann Sebastian Bach beendeten die exzellenten Musikerinnen unter großem Beifall ihr Konzert und fügten zur Freude des Publikums noch das innig gespielte "Ave Maria" von Charles Gounod hinzu.