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BI Gegenwind hat gestern an der B 5 getagt / Sorgen in Sachen Hungerstreikende

Quelle: Märkische Allgemeine, Verfasser: INGO HENSEKE

BREDOW. Die Botschaft des Wustermarker Bürgermeisters war eindeutig: "Wir erwarten von allen Nachbargemeinden endlich ein klares Bekenntnis, was sie in Sachen Windkraftanlagen wollen." Das sagte Bernd Drees gestern Abend bei der öffentlichen Mitgliederversammlung der Bürgerinitiative Gegenwind Nauener Platte e. V. am Rande der B 5 bei Bredow. Wie mehrfach berichtet, befinden sich dort die beiden Aktivisten Peter Eichholz und Rudolf Bachmann seit Sonntag im Hungerstreik.

Sie wie die inzwischen beinahe 50 Mitglieder zählende Bürgerinitiative wollen erreichen, dass auf der Nauener Platte keine weiteren Windräder gebaut werden. 176 solche Anlagen auf 27,4 Quadratkilometern Fläche bei 16 Ortschaften und 50 000 betroffenen Menschen - dies sei möglicherweise die Zukunft, sagte Thomas Roscher, der Vorsitzende von Gegenwind. "106 Windräder stehen bereits. Das ist mehr als genug. Weitere 70 wollen wir nicht."


Der Gemeinde Wustermark könnte es mit der Ausweisung eines Windeignungsgebietes bei Wernitz im Flächennutzungsplan gelingen, weiteren Wildwuchs zu verhindern, erläuterte Bürgermeister Drees. Zudem werde man gegen den übergeordneten Regionalplan Havelland-Fläming klagen, mit dem die Windparks de facto dorthin verschoben wurden, wo man sich am wenigsten dagegen gewehrt hat. In Brieselang, wo es keinen Flächennutzungsplan gibt, stelle sich die Lage schwieriger dar, sagte Bürgermeister Wilhelm Garn. Doch dessen ungeachtet setze er darauf, mit der Aufstellung eines Teil-Flächennutzungsplanes Wind zunächst einmal ein Jahr Zeit zu bekommen, den Regionalplan unwirksam zu machen und danach ein Instrument in der Hand zu halten, um dem Wildwuchs bei den Windanlagen ein Ende zu bereiten. Die Beratungen beginnen am Dienstag im Gemeindeentwicklungs-Ausschuss und könnten am 31. August zu einem Beschluss in der Gemeindevertretung führen.

Unterdessen sollen die beiden Hungerstreikenden ärztlich untersucht werden. Bei einem von ihnen sei man inzwischen in Sorge, sagte BI-Vorsizender Roscher.